Staufener Missbrauchsfall: Verfahren gegen Jungendamt-Mitarbeiter eingestellt

Verfahren gegen Mitarbeiter des Kreisjugendamtes beendet

Die Staatsanwaltschaft Freiburg hat das Ermittlungsverfahren gegen den zuständigen Mitarbeiter des Kreisjugendamtes des Landratsamtes Breisgau Hochschwarzwald im Zusammenhang mit dem sogenannten „Staufener Missbrauchsfall“ eingestellt. Das hat die Staatsanwaltschaft am Donnerstagnmorgen (25.04.19) Baden TV SÜD mitgeteilt.

Mehrere Anzeigen gegen Mitarbeiter

Wegen mehrerer Anzeigen wurde in einem Ermittlungsverfahren die jugendhilferechtliche Betreuung des Kindes auf strafrechtlich relevantes Fehlverhalten überprüft. Die umfangreichen Ermittlungen konnten aber eine Mitverantwortung des zuständigen Mitarbeiters an den Missbrauchshandlungen nicht mit der für eine Anklageerhebung erforderlichen Sicherheit belegen:

„Dass ein Verhalten des Beschuldigten, insbesondere ein pflichtwidriges Unterlassen von gebotenen Maßnahmen, für die erfolgten Missbrauchstaten ursächlich gewesen wäre, lässt sich nicht nachweisen. Ein solcher Nachweis wäre nur dann zu erbringen gewesen, wenn durch die gebotenen Maßnahmen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eine konkrete Gefahr für das Kind hätte verhindert werden können, wobei der damalige Kenntnisstand des Beschuldigten zu Grunde zu legen war. Insbesondere weil die Mutter des Jungen und deren Lebensgefährte nach einer familiengerichtlichen Entscheidung und einer zeitweisen Inobhutnahme im April 2017 zunehmend konspirativ und mit dem Ziel handelten, ihre Straftaten zu verdecken, lässt sich nicht hinreichend belegen, dass Missbrauchstaten bei Annahme eines (fiktiven) Alternativverhaltens des Beschuldigten sicher verhindert worden wären.“ (Staatsanwaltschaft Freiburg)

Mutter und Vater mit langen Haftstrafen

Im dem Missbrauchsfall wurden die Mutter (12,5 Jahre Haft) des Kindes und ihr Lebensgefährte (12 Jahre Haft und Sicherungsverfahrung) bereits rechtskräftig vor dem Freiburger Landgericht verurteilt, die beide gemeinsam und unter Mitwirkung weiterer Täter in einer Vielzahl von Fällen in der Zeit von Mai 2015 bis zum Spätsommer 2017 den jetzt zehnjährigen Sohn der Frau unter anderem schwer sexuell missbraucht haben.

(dz)