Mammutprozess wegen Gruppenvergewaltigung startet

Elf Angeklagte im „Hans-Bunte-Fall“

Es könnte am Mittwochmorgen (26.06.19) sehr voll werden im Freiburger Landgericht. Der Grund: Das Interesse im Fall der Gruppenvergewaltigung bei der Hans Bunte Disko im Oktober vergangenen Jahres ist groß. Das Gericht hat die Sicherheitsmaßnahmen extra verschärft, da es mit vielen Besuchern und Journalisten rechnet. Elf Männer sind angeklagt, sie sollen eine 18-Jährige nacheinander stundenlang vergewaltigt haben. Der Hauptbeschuldigte soll der jungen Frau Drogen und vermutlich zusätzlich K.O.-Tropfen gegeben haben, so dass sie wehrlos war. Danach hat er sich an ihr vergangen und andere Männer hinzugerufen und zur Vergewaltigung angestiftet, so der Vorwurf.

Umbaumaßnahmen für Mammutprozess

Die Tat hatte bundesweit für Entsetzen gesorgt. Nun startet die Verhandlung, für die der Gerichtssaal extra umgebaut wurde. Auch der Innenhof ist neu verkleidet worden. Dafür wurde der Ententeich zugebaut, damit alle elf Angeklagten und die Transporter, die sie zum Landgericht fahren, auch Platz haben. Insgesamt sind derzeit 27 Verhandlungstage vorgesehen, es kann aber damit gerechnet werden, dass es noch zu Verschiebungen kommt. Das wäre bei einem solch aufwändigen Prozess nicht unüblich.

Prozess zieht sich bis Weihnachten

In den ersten drei Verhandlungstagen ist vorgesehen, die Angeklagten jeweils zur Person und zur Sache zu befragen, zum vierten Termin ist der polizeiliche Hauptsachbearbeiter geladen. Am fünften Verhandlungstag soll dann die mutmaßliche Geschädigte des Verfahrens, die auch als Nebenklägerin auftritt, vernommen werden, wobei ein Antrag auf Ausschluss der Öffentlichkeit angekündigt ist.  Insgesamt hat die Jugendkammer 47 Zeugen und fünf – drei psychiatrische und zwei rechtsmedizinische – Sachverständige geladen. Das Urteil könnte kurz vor Weihnachten fallen, so das Ziel.

(dz)